BIOLOGISCH

Die Weingärten liegen in der ortsnahen Riede Halblehen. Sie zählt neben Schatzberg, Lebern und Sandgrube zu den wohl bekanntesten Unterretzbacher Lagen. Die Reihen sind nach Südwesten ausgerichtet. Das Ausmaß der Flächen umfasst 2,20 Hektar und besteht je etwa zur Hälfte aus Weiß- und Rotweinstöcken. Die ausgepflanzten Rebsorten sind Müller-Thurgau, Grüner Veltliner, Riesling, Gelber Muskateller, Zweigelt und Merlot. Das Alter der Rebstöcke liegt zwischen 10 und 37 Jahren.

In den Anlagen und an deren Rändern befinden sich mehrere Obstbäume (Weingartenpfirsich, Kirsche, Nuss) und Böschungen, die unproduktiv sind, allerdings durch ihren natürlichen Bewuchs (unter anderem Schlehdorn und Heckenrose) Rückzugsderivate für verschiedene Tier- und Pflanzenarten bilden. Außerdem tragen sie zur landschaftlichen Vielfalt bei. Über einem Kellerportal in der Nähe eines Weingartens existiert ein kleiner Bestand der europaweit sehr stark gefährdeten Radmelde.

Der ökologische Weinbau unterliegt weitestgehend natürlichen, ja kosmischen Kreisläufen. Der unverwechselbare Charakter eines Weines wird vom jeweiligen Mikroklima, Boden und der Geländestruktur bestimmt und geprägt sowie von der Witterung des jeweiligen Jahres. Das Gedeihen der Reben und das Reifen des Weines werden nur behutsam lenkend vom Mensch beeinflusst.

Am Beginn der Umsetzung der biologischen Grundsätze steht eine umsichtige, standortgerechte Bodenbewirtschaftung. Durch die Einsaat von verschiedenen Begrünungspflanzen, wie Rot- Gelb- und Inkarnatklee sowie Gräser und Wicken baue ich in meinen Weingärten ein sich selbst regulierendes Ökosystem auf. Oberirdisch bietet die blühende Gründecke Lebensraum für Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Raubmilben, welche wiederum Schädlinge in Schach halten. Unterirdisch sorgen die Wurzeln der Pflanzen für die Lockerung des Bodens und damit für die Freisetzung von Nährstoffen. Bodenleben entsteht, Humus wird aufgebaut, die Speicherfähigkeit erhöht und Erosion hintan gehalten.

Da sich die Weinstöcke in einem gesunden, vitalen Zustand befinden, schneide ich sie im Winter auf 1 – 2 Fruchtbögen pro Stock zurück. Um eine besonders hohe Qualität zu erreichen, werden im Verlauf des Jahres in mehreren Etappen Traubenausdünnungen durchgeführt. Zeitgerechte, der Vegetation und Witterung angepasste Laubarbeit während der gesamten Wachstumsphase sorgt dafür, dass sich Pilzkrankheiten nicht so leicht entwickeln können. Der im Weinbau unverzichtbare Pflanzenschutz erfolgt aufgrund von Kontrollgängen und, wenn es erforderlich scheint, durch den Einsatz von natürlichen Mitteln, wie Schwefel, Kaliwasserglas, Tonerdepräparate und Kupfer. Der Lesebeginn richtet sich nach der physiologischen Reife der Trauben.

Die nahe Lage meiner Weingärten zu Haus und Hof erfordert das ganze Jahr hindurch sehr geringen Treibstoffverbrauch; es ergeben sich kurze Anfahrts- und Transportwege. Eine rasche Verarbeitung des Lesegutes ist damit gewährleistet. Das Produkt Wein verlässt erst beim Verkauf das unmittelbare Umfeld seines Entstehens. Der Kleinbetrieb erlaubt es, in Presshaus und Keller unter Berücksichtigung moderner wissenschaftlicher Standards, traditionelle, übersichtliche, einfache Methoden anzuwenden. Schonende Verarbeitung, reduzierte Pumpvorgänge und nur unterstützende Eingriffe in das lange Reifen des Weines über den Winter runden die rein handwerkliche Produktion ab. "Weinbau unplugged". So entstehen authentische Weine, die die Eigenart der Sorte, des Terroirs und des Jahrganges widerspiegeln.